TRC /  Projekte /  Expedition Diary /  Pfiff  

last update: 29.09.2013

[Der Verein]

[Projekte]

[Service]

[Events]

[Bed & Breakfast]

[Shop]

[Photos]

[Gästebuch]

[Member]

Pfiff in América

[Übersicht] – Einträge

Tagebucheinträge

[04.12.2001] < [ 21.12.2001 ] > [27.12.2001]

21.12.2001

Costa Rica

Hallo alle miteinander

Und schon ist meine Zeit in Costa Rica vorbei und gerade rechtzeiteig auf Weihnachten kriegt ihr nochaml ein Reiseberichtli von mir. Wie soll es dieses Mal aussehen?
• eine ziemlich untypische costaricanische Familie
• vom frueh aufstehen, Busfahren und Wetterglueck
• eine Vulkanbesteigung
• Weihnachtsgruesse
und wer dann noch Lust hat auf ein wenig
• Recycling

eine ziemlich untypische costaricanische Familie
Waehrend den drei Wochen in Costa Rica konnte ich bei einer einheimischen Familie wohnen. Aiko habe ich damals im internationalen Pfadilager in Mexiko kennengelernt. Dank der Pfadi kenne ich ein paar Leute in der Welt...
Nun was ist untypisch an dieser Familie? Der Vater ist zwar Costaricaner, hat aber mal gesagt, dass er in Alaska aufgewachsen ist und fuer die USA im Vietnam war. Die Mutter ist Japanerin und sie haben sich waehrend der Hippizeit in Californien kennengelernt. Deshalb ist Aiko auch in San Francisco geboren. Die ersten 5 Jahre verbrachten sie in Japan und sind dann sie nach Costa Rica gezogen. Das Sprachengemisch in dieser Familie ist ziemlich eigenartig. Aiko spricht drei Sprachen: Mit der Mutter japanisch, mit den Geschwistern Spanisch und Englisch gehoert hier einfach dazu, da die Eltern miteinander in dieser Sprache kommunizieren.
Die Lebensverhaeltnisse sind gut, aber nicht uebermaessig. Voriges Geld haben sie nicht, aber alle haben ihre Traeume. Klar, das haben wir auch, aber ich weiss nicht, ob sie so eine grosse Rolle spielen wie hier.
Die Mutter steht jeweils um 4.30 Uhr auf, den sie gibt Jogaklassen. Auch sagte sie mir, dass sie sich fithalten will, denn wenn die Kinder aus dem Haus sind, will sie wieder zu reisen beginen und Berge besteigen in Alaska, Europa...
Aiko studiert "computer engineering" um so schnell wie moeglich Geld zu verdienen, damit sie sich ein weiteres Studium finanzieren kann, Biologie oder Philosophie.
Die juengere Schwester will nach der Highschool in Rom Architektur studieren, der juengere Bruder will in die Schweiz kommen, hauptsaechlich um zu lernen Snowboard zu fahren, der Vater will nach Tibet und der Grossvater aus Japan, der nun auch hier lebt (aber weder Spanisch noch Englisch spricht) moechte 100 Jahre alt werden.

vom frueh aufstehen, Busfahren und Wetterglueck
Am Morgen wird es zwischen 5 und 6 Uhr hell und am Abend um etwa die selbe Zeit dunkel. Vielleicht ist das der Grund, dass man hier so frueh aufstehen muss... Fast jeden Tag bin ich zwischen 4 und 5 Uhr aufgestanden.
Hauptsaechlich um den Bus zu erwischen. Costa Rica ist kleiner als die Schweiz und alles ist relativ nah, aber die Orte mit dem Bus zu erreichen ist eine andere Sache. Der Verkehr um San Jose ist schrecklich, die Strassen ebenfalls und die Buse sind eng. (In einen Bus hat es 60 Sitzplaetze, ihr koennt euch vorstellen, was das fuer die Beinfreiheit bedeutet. zudem muessen meistens noch ein paar Leute stehen.) wenn man Pech hat ist die Strasse wegen Erdrutsch oder Regen gesperrt und der Bus macht einen Umweg, was bedeutet, dass man 2 h mehr braucht.
Nachdem ich seit Vancouver keinen Regen mehr erlabt habe, kam alles was ich verpasst habe in Costa Rica vom Himmel. (Die Landschaft ist wirklich sehr schoen gren, aber von irgendwoher muss das ja kommen.) Doch ich will mich nicht beklagen, denn wir hatten immer (fast immer --> Vulkanbesteigung) wetterglueck. Jedesmal wenn wir etwas Unterommen haben, hat es nicht geregnet.

eine Vulkanbesteigung
Die letzten drei Tage war ich dann noch alleine unterwegs und wollte noch den aktivsten Vulkan Zentralamerikas sehen, was mir gelang, denn ich habe den etwa einzigen Tag im Dezember erwischt, wo man ihn sehen konnte.
Am naechsten Tag bin ich zu einem Wasserfall und ich wusste, dass man von da auf einen nicht mehr aktiven Vulkan mit einem See wandern kann. Als die Sonne zu scheinen began, habe ich mir da vorgenommen. Ein Einheimischer erklaerte mir den Weg und meinte, dass es etwa zwei Stunden sind. Nach einer halben Stunde kam ich in den Walld. So richtiger Dschungel! Ein enziger Weg, mit der "Machete" herausgeschlagen und sonst einfach Baeme, Pflanzen, gruen... Es war ziemlich warm und ich schaetzte die Luftfeuchtigkeit auf etwa 100%. Hinzukam, dass ich ziemlich schwitzte. Nach einer weiteren halben Stunde war ich ziemlich nass und es begann zu tropfen. Ich suchte Schutz unter ein paar grossen Blaettern, doch es begann stark zu regnen. Nass war ich schon ziemlich, ob ich nun hinauf oder hinunter gehe, kam nicht darauf an. Also entschloss ich mich noch weiterzugehen. Schliesslich erreichte ich auch den hoechsten Punkt, doch sehen konnte ich nichts, ausser gruenen Pflanzen und Regen. Der Weg hatte sich inzwischen in einen Bach verwandelt und ich merkte blad, dass der Abstieg mit all den Wurzeln und Lianen noch verhaengnisvoll werden koennte. Ja, das ist Regenwald!

Weihnachtsgruesse So meinen Lieben, hiermit ist mein Teil fertig. Mir bleibt noch, euch allen eine schoene Weihnacht zu wuenschen und ein gutes neues Jahr. Ich werde an Weihnachten in Santiago sein und im Januar dann in Patagonien. Ich freue mich schon riesig darauf vor allem auch auf das Wandern und Trekken in der Natur.

macht es gut
bis bald
Andreas

Recycling
Ich habe mal am Semi gelernt, das man das Rad nicht immer neu erfinden soll, sondern bereits bestehendes so abaendern, das es fuer einem selbst brauchbar ist. Im letzten Mail habe ich euch gesagt, dass ihr noch mehr von Romeo hoeren werdet. Nach Vancouver, San Diego und Mexiko habe ich ihn nun hier in Costa Rica wieder getroffen, doch das ist unsere letzte gemeinsame Station. Hier nun noch einen Teil aus seinem Rundmail: (Herzlichen Dank Romeo)

Costa Rica - Route: San Jose / Vulkan Irazu / Playa Tamarindo / Playa Conchal / Tortuguero / Cahuita

Nach meinem Jubilaeumsflug Nr. 10 am Dienstag warteten Andreas zusammen mit seiner einheimischen Kollegin Aiko am Flughafen auf mich. Das sollte das letzte Mal sein, dass ich am Flughafen aubgeholt wurde, heul, heul! Im uebrigen auch das letzte Mal, dass ich Andreas (nach Vancouver, San Diego, Mexico) traf.
Die erste Nacht uebernachtete ich bei Aiko auf der Couch und ab der zweiten, bei irgendeiner Famile. Wiederum hatte ich grosses Glueck mit meiner Bleibe. San Jose war fuer uns das Basislager, von wo aus wir die unterschiedlichen Touren starteten.

Vulkan Irazu
Am Donnerstag ging es dann los. An jenem Tag fuhren wir zum Vulkan Irazu. Es regnete stark auf dem Weg dorthin. Auf dem Vulkan war es schweinekalt, nebelig und windig. Ich kam mir vor wie im falschen Film: Wir sind doch in Costa Rica und nicht in der Schweiz! Und dann geschah etwas, das fuer unsere Zeit in Costa Rica wegweisend sein sollte: der Himmel oeffnete sich und herrlich warme Sonnenstrahlen erwaermten uns. Fuer einige Minuten hatten wir das schoenste Wetter. Wir konnten diese Augenblicke gerade noch photografisch festhalten und schon war es wieder nebelig. Die Stimmung war jedoch, trotz des Nebels, sensationell!

Playa Tamarindo / Playa Conchal
Am Freitag fuhren wir nach Tamarindo, an der Pazifikkueste gelegen. Fuer diese Fahrt (ungefaehr 350 km) brauchten wir 12 Stunden brutto. Es lohnte sich voll und ganz. Wir campierten direkt am Strand, es war traumhaft. Diese Ortschaft ist noch nicht mit Touristen ueberfuellt. Am Samstagmorgen um 7.30 waren wir schon im Meer baden.
Am Sonntag besuchten wir die Playa Conchal, einen weissen Muschelstrand. Wiederum ein Traum und das Wasser war glasklar.

Tortuguero
Fuer die naechsten zwei Tage hatten Andreas (the king of Stundentenpaesse....) und ich Tortuguero vogenommen um dort den Nationalpark per Boot zu besuchen. Wiederum ein Traum! Unser Fuehrer war sensationell und so sahen wir sehr viele Tiere: Affen, Krokodile, Faultiere, Voegel und, und.
Die Saison, in der die Schildkroeten Eier legen, war leider bereits vorbei. Zusammen mit unserem Fuehrer gingen wir am Montagabend der Kueste entlang spazieren, wo wir nach Schildkroetennaester Ausschau hielten. Wir stiessen auf ein Nest mit ueber 100 Baby-Schildkroeten. Es war ergreifend zuzuschauen, wie diese kleine Tiere den Weg in das karibische Meer ohne groessere Muehe fanden. Waherend unserer zwei Tage im Dschungel wurden wir stets mit Regen begleitet. Jedoch jedesmal, wenn wir etwas anschauen wollten, hoerte es auf.

Cahuita
Nach dem obligaten "Day-off" am Mittwoch, fuhren wir am Donnerstag nach Cahuita, wiederum an der noerdlichen Kueste. Im allgemeinen ist zu sagen, dass es am karibischen Meer noch oeffters regnet als am pazifischen Ozean. Am Mittag kamen wir in Cahuita an, wo wir direkt etwas assen. Als es dann waherend des Essen zu topfen anfing, dachte ich mir: "Nicht schon wieder Regen!". Ich staunte jedoch gross, als ich ueber uns auf einem Baum ein nasses Faultier sah, dass sich nicht grosse Sorgen zu machen schien. Nach dem Essen durchwanderten wir diesmal den Dschungel. Als wir nach der Tour, wir waren voellig alleine und es war ab und zu ziemlich unheimelig, auf dem Heimweg zurueck nach Cahuita waren, hoerten wir Bruellaffen aus dem Dschungel. Cahuita ist wunderschoen und so ruhig, eine der letzten Hippie-Domaene.
Ueberall hoerte man Reaggea-Musik. Einmal trafen wir einen Reaggea-Tuepen auf dem Fahrrad. Er fuhr ohne Eile und sang vor sich hin: "No one can stop the Reaggea-man..".
Am Freitag, uebrigens Tag der Sonnenfinsternis (wir sahen ziemlich wenig, weil es bewoelgt war), geschah dann etwas was mein ganzes Leben massiv veraendern wird:
Bananen am Morgen, Bananen am Mittag, Bananen am Abend und zwischendurch auch noch. Diejenigen, die mich besser kenne, wissen, dass ich alles esse ausser: Bananen! Die Legende erzaehlt, dass ich vor 25 Jahren waehrend der ersten zwei Jahre mit Bananen buchstaeblich gemestet wurde. Als ich dann mit drei Jahren auch schon etwas zu sagen hatte, entschloss ich, einen Hungerstreik gegen Bananen zu eroffnen. In den exotischen Laendern kann man diese Frucht beinahe nicht vermeiden. Und so geschah es dann, dass ich Punkt 9.30 Uhr, den Hungerstreik nach 25 Jahren aufloeste. Vor dem "Zeugen des Jahrhunderts" Andreas ass ich meine erste Banane nach einem Viertel-Jahrhundert. Ich kann im Moment noch nicht behaupten, dass sie meine Lieblingsfrucht ist, aber ich arbeite daran.

Riverraffting
Am Freitagabend waren wir wieder zurueck in San Jose, wo wir uns fuer meine letzte Tour in Costa Rica vorbereiteten. Am Samstag hatten wir grossen Spass am Riverraffting bei schoenstem Wetter. Es war megagigageil, wie man so schoen sagt. Als wir nach zwei Stunden unser Boot verliessen fing es wieder an zu regnen - wie konnte es auch anders sein!
Am Sonntag flug ich dann weiter nach Quito, Equador.

Fazit Costa Rica
Es war einfach toll. Costa Rica ist ein faszinierendes Land wo Vulkane, Dschungel, Straende und Buchten, Fauna und Flora zum Greifen nahe sind. Man muss einfach mit der Tatsache leben, dass es relativ haeufig regnet, dass man viel Zeit in Bussen verbringt (die Strassen sind schlecht und der Verkehr gross) und dass man immer frueh aufstehen muss, wenn man etwas erleben will. Fuer ein Faultier wie mich war das ein bisschen ein Problem. Doch wir schafften, es jeden Tag schon zwischen 4.00 und 5.00 Uhr aufzustehen!!!! Zu dem waren die Touren ausgezeichnet organisiert (Hotel, Fuehrer, Essen etc.) und wir waren jedesmal von der Puenktlichkeit der Costaricaner ueberrascht.

 

© 2000-2019 by The Rover Company.
[Impressum] – [Disclaimer] – [Statistik] – [Kontakt] – [Validate]